Aad: Unterschied zwischen den Versionen
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Kurz danach fing man mit den Ausgrabungen an und fand unter den Sandhügeln die Überreste einer alten Stadt. Deswegen wurde diese Stadt auch "Ubar, das Atlantis des Sandes" genannt. | Kurz danach fing man mit den Ausgrabungen an und fand unter den Sandhügeln die Überreste einer alten Stadt. Deswegen wurde diese Stadt auch "Ubar, das Atlantis des Sandes" genannt. | ||
Jetzt stellte sich die Frage, wie man sicher sein konnte, dass diese alte Stadt mit dem im Quran erwähnten Volk `Aad in Verbindung zu bringen war. | Jetzt stellte sich die Frage, wie man sicher sein konnte, dass diese alte Stadt mit dem im Quran erwähnten Volk `Aad in Verbindung zu bringen war. | ||
| + | Schon zu Beginn der Ausgrabungen stellte sich heraus, dass die Stadt mit der im Quran erwähnten identisch war. Die ausgegrabenen | ||
| + | Säulen gehörten zum Volk `Aad und Iram. Denn bei den Ausgrabungen war man auf lange Säulen gestoßen, von denen schon der Quran berichtet hatte. Auch Dr. Zarins, ein Mitglied des Forschungsteams betonte, dass diese langen Säulen charakteristisch für diese Ausgrabungen seien. | ||
| + | Das hieß, dass diese Stadt mit der im Quran erwähnten Stadt Iram identisch war, der Stadt des Volkes `Aad. Der Quran sagt: | ||
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| + | Bis hierhin haben wir gesehen, dass die Stadt Ubar mit der im Quran erwähnten Stadt Iram identisch sein kann. Nach dem Quran hatte die Stadtbevölkerung weder Wert weder auf die warnenden Worte des Propheten noch auf die Offenbarung gelegt und wurde deswegen vernichtet. | ||
| + | Die Identität des Volkes `Aad, das die Stadt Iram gründete, sorgte für Debatten. In der Geschichtswissenschaft tritt ein Volk mit einer solch fortgeschrittenen Kultur nämlich nicht auf. | ||
| + | Doch das muss nicht unbedingt außergewöhnlich sein, denn dieses Volk lebte in Süd-Arabien, weit weg von anderen Völkern, die im mittleren Osten und in Mesopotamien angesiedelt waren und pflegte nur begrenzte Beziehungen zu ihnen. Es ist daher nicht befremdend, dass eine Zivilisation, über die man äußerst wenig Informationen besaß, nicht dokumentarisch festgehalten wurde. Man sollte aber nicht vergessen, dass im mittleren Osten Geschichten über das Volk von `Aad mündlich überliefert wurden. | ||
| + | Einer der wichtigsten Gründe warum in schriftlichen Quellen das Volk von `Aad nicht erwähnt wird, dürfte die nur wenig verbreitete schriftliche Kommunikation sein. Man darf annehmen, dass das Volk von `Aad eine Zivilisation gegründet hat, die in geschichtlichen Urkunden nicht registriert wurde. Falls diese Zivilisation länger bestanden hätte, wüssten wir heute mehr über sie. | ||
| + | Trotzdem es keine schriftlichen Quellen über die Aad gibt, kann man doch wichtige Informationen über deren Nachkommen finden und sich somit ein Bild von ihnen machen. | ||
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| + | === Hadramiten, die Nachkommen der `Aad === | ||
| + | Als erster Ort sollten im Südjemen, wo man Ubar, das Atlantis des Sandes fand, neue Forschungen betrieben werden, um die Spuren der wahrscheinlichen Zivilisation, gegründet von `Aad oder ihren Nachkommen aufzufinden. Im Südjemen haben vier verschiedene Völker gelebt, die von den Griechen als "glückliche Araber" bezeichnet wurden: | ||
| + | Die Hadramiten, Sabäer, Minäer und Qatabaeans. | ||
| + | Diese vier Völker haben eine Zeitlang in benachbarten Regionen geherrscht. | ||
| + | Heute behaupten viele Historiker, dass das Volk `Aad sich gewandelt und danach wieder seinen Platz in der Geschichte eingenommen hat. Dr. Mikail H. Rahman, Forscher an der Ohio Universität, ist der Meinung, dass `Aad die Urahnen der Hadramiten, einer von den im Südjemen siedelnden vier Völkern, seien. Über die Hadramiten, eines der "glücklichen Araber" Völker, die um das fünfte Jahrhundert vor Christus auftauchten, ist man am wenigsten informiert. Dieses Volk herrschte eine lange Zeit über das Gebiet des Südjemen. Nach einem lang andauernden Niedergang nahm seine Herrschaft im Jahre 240 nach Christus ein Ende. | ||
| + | Ein Zeichen dafür, dass die Hadramiten die Nachkommen der `Aad sind, ist in ihrem Namen versteckt. Der römische Schriftsteller Plinius, der im dritten Jahrhundert vor Christus gelebt hat, berichtet über das Volk "Adramitai" –gemeint ist hier Hadramiten<ref>Nigel Groom, Frankincense and Myrrh, Longman, 1981, S. 81</ref>. Das Wort für "Adramitai" ist "Adram". Das im Quran als "Ad-› Iram" vorkommende Wort dürfte mit der Zeit einen Wandel erlebt haben wodurch es zu "Adram" wurde. | ||
| + | Auch Ptolemäus, der ägyptisch-griechische Geograph (150-160 n. Chr.) zeigt das südarabische Gebiet als Lebensraum der Adramitai. | ||
| + | Dieses Gebiet nannte man bis vor kurzem Hadramaut. Schabwah, die Hauptstadt von Hadramaut, befand sich westlich vom Hadramaut-Tal. | ||
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Version vom 4. April 2009, 20:54 Uhr
'Aad ist der Name eines Volkes, zu dem der Prophet Hud (der Friede sei mit ihm) entsandt wurde (Zaidan, 2000)[1]. Das Volk lebte in einer Stadt namens "Iram" (auch als "Ubar" bekannt), die man als das "Atlantis des Sandes" bezeichnet.
- "(6) Sahst du etwa nicht, wie dein HERR verfuhr mit 'Aad, (7) die von (der Stadt) Iram mit den Hohen (Säulen), (8) ihresgleichen in den Ländern nicht erschaffen wurde; (9) sowie mit Thamud, diejenigen, die den Fels im Tal ausmeißelten; (10) sowie mit Pharao, der von den Pyramiden, (11) diejenigen, die in den Städten die Grenze überschritten, (12) dann darin das Verderben vermehrten, (13) dann über sie dein HERR eine Mischung von Peinigung ergoss?! (14) Gewiss, dein HERR ist doch wachend." [Quran, 89:6-14]
- "(50) und dass ER doch das erste 'Aad zugrunde richtete (51) sowie Thamud, dann nichts übrig ließ, (52) sowie die Leute von Noah vorher, gewiss, sie pflegten diejenigen zu sein, die noch mehr Unrecht und noch mehr Übertretungen begingen. (53) Und die verderbten Städte ließ ER abstürzen, (54) so bedeckte sie, was sie bedeckte." [53:50-54]
- "(12) Verleugnet vor ihnen haben die Leute von Noah, die Bewohner von Ar-Rass und Thamud (13) sowie 'Aad, Pharao und die Brüder von Lot (14) sowie die Bewohner von Al-Aika und die Leute von Tubba'. Alle bezichtigten die Gesandten der Lüge, so war Meine Androhung Rechtens." [50:12-14]
- "(18) Abgeleugnet hat 'Aad. Also wie waren Meine Peinigung und Meine Ermahnungen?! (19) Gewiss, WIR schickten über sie einen Wirbelsturm an einem unheilvollen, andauernden Tag, (20) er zog die Menschen heraus, als wären sie Stämme entwurzelter Palmen. (21) Also wie waren Meine Peinigung und Meine Ermahnungen?!" [54:18-21]
- "(12) Vor ihnen leugneten ab die Leute Noahs, 'Aads und Pharaos von den Pyramiden, (13) sowie Thamuds und die Leute Lots und die Bewohner von Al-Aika. Diese sind Al-Ahzab200. (14) Doch alle bezichtigten die Gesandten der Lüge, also verdient ist die Bestrafung. (15) Und diese warten auf nichts anderes außer auf einen einzigen Schrei, der keine Wiederholung hat. (16) Und sie sagten: „Unser HERR! Beschleunige uns doch unseren Anteil vor dem Tag der Abrechnung!“" [38:12-16]
- "(65) Und zu 'Aad (entsandten) WIR ihren Bruder Hud. Er sagte: „Meine Leute! Dient ALLAH! Ihr habt keinen Gott außer Ihm. Wollt ihr etwa nicht gottesfürchtig gemäß handeln?!“ (66) Die Entscheidungsträger seiner Leute, die Kufr betrieben, sagten: „Gewiss, wir sehen dich doch in Sinnesverwirrung und gewiss, wir glauben doch, dass du zu den Lügnern gehörst.“ (67) Er sagte: „Meine Leute! Ich leide nicht unter Sinnesverwirrung, sondern ich bin ein Gesandter Des HERRN aller Schöpfung. (68) Ich verkünde euch die Botschaft meines HERRN und ich bin für euch ein treuer Ratgeber. (69) Verwundert ihr euch etwa, dass euch eine Ermahnung von eurem HERRN zuteil wurde durch einen Mann von euch, um euch zu warnen?! Und entsinnt euch, als ER euch zu Nachfolgern von Noah-Leuten einsetzte und eure Körpergestalt noch kräftiger machte. So entsinnt euch der Wohltaten ALLAHs, damit ihr erfolgreich werdet.“ (70) Sie sagten: „Bist du etwa zu uns gekommen, damit wir ALLAH alleine dienen und von dem ablassen, dem unsere Ahnen dienten?! Also lasse uns das zuteil werden, wovor du uns warnst, solltest du von den Wahrhaftigen sein.“ (71) Er sagte: „Bereits traf euch doch (dafür) von eurem HERRN Missfallen und Zorn. Wollt ihr etwa mit mir über Namen (von Götzen) disputieren, die ihr und eure Ahnen (ihnen) gegeben habt, wozu ALLAH niemals eine Bestätigung hinabsandte?! So wartet nur ab! Ich warte ebenfalls mit euch ab.“ (72) Dann haben WIR ihn und diejenigen mit ihm mit Gnade von Uns gerettet und diejenigen, die Unsere Ayat geleugnet haben, ausgerottet. Und sie waren keine Mumin." [7:65-72]
- "(50) Und zu 'Aad (entsandten WIR) ihren Bruder Hud. Er sagte: „Meine Leute! Dient ALLAH, ihr habt keine Gottheit außer Ihm! Ihr seid doch nichts anderes als Erdichter! (51) Meine Leute! Ich bitte euch nicht um eine Belohnung dafür. Meine Belohnung obliegt doch nur Demjenigen, Der mich erschuf. Besinnt ihr euch denn nicht?! (52) Meine Leute! Bittet euren HERRN um Vergebung, dann zeigt Ihm gegenüber Reue, so läßt ER den Himmel über euch reichlich regnen und verleiht euch zusätzliche Macht zu eurer Macht; und wendet euch nicht als schwer Verfehlende ab!“ (53) Sie sagten: „Hud! Du hast uns kein eindeutiges Zeichen gebracht. Wir werden auch auf keinen Fall unsere Götter verlassen wegen deines Geredes und wir werden dir nicht glauben! (54) Wir sagen nur, daß manche unserer Götter dich einer Bosheit aussetzten.“ Er sagte: „Ich bitte ALLAH doch, Zeuge zu sein, auch seid selbst Zeugen, daß ich keineswegs Schuld trage an dem, was ihr an Schirk [Götzendienst] betreibt (55) Ihm gegenüber! Also führt eure List gegen mich durch, allesamt; dann gewährt mir dabei keine Zeit. (56) Gewiß, ich übe vertraue auf ALLAH, meinem HERRN und eurem HERRN; ohnehin gibt es kein sich bewegendes Lebewesen, ohne daß ER darüber verfügt. Gewiß, mein HERR (vergilt) nach einem rechten Weg. (57) Solltet ihr euch abwenden, so habe ich euch bereits das verkündet, womit ich zu euch entsandt wurde; und mein HERR wird als Nachfolger andere Leute als ihr einsetzen und ihr werdet Ihm dabei in keiner Weise schaden. Gewiß, mein HERR ist jeder Sache äußerst bewahrend.“ (58) Und als Unsere Bestimmung eintraf, erretteten WIR Hud und diejenigen, die mit ihm den Iman verinnerlicht haben - durch Gnade von Uns. Und WIR haben sie vor einer harten Peinigung errettet. (59) Und dies ist 'Aad. Sie leugneten die Zeichen ihres HERRN ab, widersetzten sich Seinen Gesandten und folgten der Anordnung jedes sturen Gewalttäters. (60) Und sie wurden in diesem Diesseits mit Fluch verfolgt sowie am Tag der Auferstehung. Ja! 'Aad betrieben zweifellos ihrem HERRN gegenüber Kufr. Ja! Nieder mit 'Aad, den Leuten von Hud." [11:50-60]
Das Volk 'Aad richtete Unheil und war brutal. Als Hud sein Volk warnte, sah es seine Predigten nur als "alte Legenden" an. Das Volk war sich ziemlich sicher, dass ihm kein Unheil zustoßen würde. Das Volk, das sich mit Hud verfeindete und gegen Allah rebellierte, wurde aber tatsächlich vernichtet. Ein Sandsturm zerstörte 'Aad, "als hätte es nie existiert" (Yahya, 2001)[2].
Inhaltsverzeichnis
Die Ausgrabung der Stadt Iram
- "(6) Sahst du etwa nicht, wie dein HERR verfuhr mit 'Aad, (7) die von (der Stadt) Iram mit den Hohen (Säulen), (8) ihresgleichen in den Ländern nicht erschaffen wurde;" [Quran, 89:6-8]
Der folgende Abschnitt es entnommen aus "Untergegangene Völker, von Harun Yahya"[2]:
Anfang der neunziger Jahre erschienen weltweit angesehene Zeitungen mit Überschriften wie "Fabelhafte arabische Stadt entdeckt", "Legendere arabische Stadt entdeckt", "Das Atlantis des Sandes: Ubar" und gaben damit einen wichtigen archäologischen Fund bekannt. Die Bedeutung dieses Fundes wurde dadurch, dass der Name im Quran auftaucht, um so wichtiger. Viele Menschen, die bis dahin der Ansicht waren, dass die im Quran erwähnte Stadt 'Aad nur Legende sei oder nie ausfindig gemacht werden könnte, konnten nach diesem Fund ihr Erstaunen nicht verheimlichen.
Der Amateur-Archäologe Nicholas Clapp, ist es, der die im Quran erwähnte Stadt entdeckt hatte[3]. Clapp, Arabist und Dokumentarfilmer, stieß während er Forschungen über arabische Geschichte betrieb, auf ein höchst interessantes Buch: Arabia Felix, geschrieben von dem englischen Forscher Bertram Thomas im Jahre 1932. Arabia Felix war die römische Bezeichnung für das südliche Gebiet der arabischen Halbinsel, das heutzutage Jemen und einen großen Teil von Oman umfasst. Dieses Gebiet wurde von den Griechen "Eudaimon Arabia" und von den arabischen Gelehrten des Mittelalters "Al-Yaman as-Saida" genannt[4]. Diese Bezeichnungen bedeuten soviel wie "glückliche Araber". Denn in alten Zeiten empfand man, dass die Menschen, die hier lebten die glücklichsten Völker ihres Zeitalters waren. Warum wohl wurde dies so empfunden? Der Grund lag in der strategischen Lage dieser Region. Sie befand sich im Zentrum des Gewürzhandels, der zwischen Indien und Nord Arabien stattfand. Außerdem bauten die hier lebenden Völker eine seltene Pflanzenart namens Frankincense (Weihrauch) an und trieben Handel mit ihr. Diese Pflanze, die in den damaligen Gesellschaften große Beliebtheit genoss und beinahe so wertvoll war wie Gold, wurde in religiösen Ritualen als Räucherwerk angewandt.
Der englische Forscher Thomas gibt in seinem Werk detaillierte Informationen über diese glücklichen Völker und behauptet, die Spuren einer von ihnen gegründeten Stadt gefunden zu haben. Das war die Stadt, die die Beduinen "Ubar" nannten. Bei einer Expedition in der oben genannten Region hatten die in der Wüste lebenden Beduinen ihm einen Fußpfad gezeigt und gemeint, dieser schmaler Weg führe zu einer sehr alten Stadt, die Ubar hieße. Thomas, der sich sehr dafür interessierte, starb noch bevor er seine Forschungen zu Ende führen konnte[5]. Clapp, der das Werk von Thomas studierte, glaubte an die verlorene Stadt und leitete wenig später Untersuchungen ein. Clapp versuchte auf zwei Wegen die Existenz von Ubar zu beweisen. Zuerst ging er den Spuren nach, die die Beduinen gezeigt hatten. Dann wandte er sich an die NASA, ihm Satellitenbilder dieser Region zur Verfügung zu stellen. Nach langen Bemühungen schaffte er es, sie dazu zu überreden[6]. Später machte sich Clapp daran, die antiken Niederschriften und Landkarten, die sich in der Huntington Bibliothek in Kalifornien befinden, zu studieren. Er beabsichtigte, so die Landkarte der Region zu finden. Nach einer kurzen Nachforschung fand er eine Landkarte von Ptolemäus, einem ägyptisch-griechischen Geographen, die im zweiten Jahrhundert nach Christus gezeichnet worden war. Auf der Landkarte waren eine alte Stadt und Wege zu sehen, die zu dieser Stadt führten. In der Zwischenzeit erreichte ihn die Nachricht der NASA über die fertig gestellten Fotografien. Auf den Fotos waren Spuren von Wegen zu sehen, die man nur mit Hilfe von Luftaufnahmen als ein Ganzes erkennen konnte, also auf der Erde mit bloßem Auge nicht festzustellen waren. Clapp verglich diese Aufnahmen mit den antiken Landkarten und fand heraus, dass sie übereinstimmten. Die Wege führten zu einer großen Siedlung, die früher eine antike Stadt gewesen sein musste. Endlich konnte diese legendäre Stadt, die bei den mündlich überlieferten Geschichten der Beduinen häufig vorkam, ausfindig gemacht werden. Kurz danach fing man mit den Ausgrabungen an und fand unter den Sandhügeln die Überreste einer alten Stadt. Deswegen wurde diese Stadt auch "Ubar, das Atlantis des Sandes" genannt. Jetzt stellte sich die Frage, wie man sicher sein konnte, dass diese alte Stadt mit dem im Quran erwähnten Volk `Aad in Verbindung zu bringen war. Schon zu Beginn der Ausgrabungen stellte sich heraus, dass die Stadt mit der im Quran erwähnten identisch war. Die ausgegrabenen Säulen gehörten zum Volk `Aad und Iram. Denn bei den Ausgrabungen war man auf lange Säulen gestoßen, von denen schon der Quran berichtet hatte. Auch Dr. Zarins, ein Mitglied des Forschungsteams betonte, dass diese langen Säulen charakteristisch für diese Ausgrabungen seien. Das hieß, dass diese Stadt mit der im Quran erwähnten Stadt Iram identisch war, der Stadt des Volkes `Aad. Der Quran sagt:
- "(6) Sahst du etwa nicht, wie dein HERR verfuhr mit 'Aad, (7) die von (der Stadt) Iram mit den Hohen (Säulen), (8) ihresgleichen in den Ländern nicht erschaffen wurde;" [Quran, Sura al-Fadschr 89:6-8]
Die Bevölkerung von 'Aad
Bis hierhin haben wir gesehen, dass die Stadt Ubar mit der im Quran erwähnten Stadt Iram identisch sein kann. Nach dem Quran hatte die Stadtbevölkerung weder Wert weder auf die warnenden Worte des Propheten noch auf die Offenbarung gelegt und wurde deswegen vernichtet. Die Identität des Volkes `Aad, das die Stadt Iram gründete, sorgte für Debatten. In der Geschichtswissenschaft tritt ein Volk mit einer solch fortgeschrittenen Kultur nämlich nicht auf. Doch das muss nicht unbedingt außergewöhnlich sein, denn dieses Volk lebte in Süd-Arabien, weit weg von anderen Völkern, die im mittleren Osten und in Mesopotamien angesiedelt waren und pflegte nur begrenzte Beziehungen zu ihnen. Es ist daher nicht befremdend, dass eine Zivilisation, über die man äußerst wenig Informationen besaß, nicht dokumentarisch festgehalten wurde. Man sollte aber nicht vergessen, dass im mittleren Osten Geschichten über das Volk von `Aad mündlich überliefert wurden. Einer der wichtigsten Gründe warum in schriftlichen Quellen das Volk von `Aad nicht erwähnt wird, dürfte die nur wenig verbreitete schriftliche Kommunikation sein. Man darf annehmen, dass das Volk von `Aad eine Zivilisation gegründet hat, die in geschichtlichen Urkunden nicht registriert wurde. Falls diese Zivilisation länger bestanden hätte, wüssten wir heute mehr über sie. Trotzdem es keine schriftlichen Quellen über die Aad gibt, kann man doch wichtige Informationen über deren Nachkommen finden und sich somit ein Bild von ihnen machen.
Hadramiten, die Nachkommen der `Aad
Als erster Ort sollten im Südjemen, wo man Ubar, das Atlantis des Sandes fand, neue Forschungen betrieben werden, um die Spuren der wahrscheinlichen Zivilisation, gegründet von `Aad oder ihren Nachkommen aufzufinden. Im Südjemen haben vier verschiedene Völker gelebt, die von den Griechen als "glückliche Araber" bezeichnet wurden: Die Hadramiten, Sabäer, Minäer und Qatabaeans. Diese vier Völker haben eine Zeitlang in benachbarten Regionen geherrscht. Heute behaupten viele Historiker, dass das Volk `Aad sich gewandelt und danach wieder seinen Platz in der Geschichte eingenommen hat. Dr. Mikail H. Rahman, Forscher an der Ohio Universität, ist der Meinung, dass `Aad die Urahnen der Hadramiten, einer von den im Südjemen siedelnden vier Völkern, seien. Über die Hadramiten, eines der "glücklichen Araber" Völker, die um das fünfte Jahrhundert vor Christus auftauchten, ist man am wenigsten informiert. Dieses Volk herrschte eine lange Zeit über das Gebiet des Südjemen. Nach einem lang andauernden Niedergang nahm seine Herrschaft im Jahre 240 nach Christus ein Ende. Ein Zeichen dafür, dass die Hadramiten die Nachkommen der `Aad sind, ist in ihrem Namen versteckt. Der römische Schriftsteller Plinius, der im dritten Jahrhundert vor Christus gelebt hat, berichtet über das Volk "Adramitai" –gemeint ist hier Hadramiten[7]. Das Wort für "Adramitai" ist "Adram". Das im Quran als "Ad-› Iram" vorkommende Wort dürfte mit der Zeit einen Wandel erlebt haben wodurch es zu "Adram" wurde. Auch Ptolemäus, der ägyptisch-griechische Geograph (150-160 n. Chr.) zeigt das südarabische Gebiet als Lebensraum der Adramitai. Dieses Gebiet nannte man bis vor kurzem Hadramaut. Schabwah, die Hauptstadt von Hadramaut, befand sich westlich vom Hadramaut-Tal.
Quellen
- ↑ Zaidan, Amir M. A. (2000): At-Tafsir. Eine philologisch, islamologisch fundierte Erläuterung des Quran-Textes. (PDF), ADIB-Verlag, Offenbach
- ↑ 2,0 2,1 Yahaya, Harun (2001): Untergegangene Völker. Aus dem Türkischen von Ahmet Karamercan, SKD Bavaria Verlag & Handel GmbH, München
- ↑ Thomas H. Maugh II, Ubar, Fabled Lost City, Found by LA Team, The Los Angeles, Times, 5 Febuar 1992
- ↑ Kamal Salibi, A History of Arabia, Caravan Books, 1980
- ↑ Bertram Thomas, Arabia Felix: Across the "Empty Quarter" of Arabia, New York, Schrieber's Sons, 1932, S. 161
- ↑ Charlene Crabb, "Frankincense", Discover, Januar 1993
- ↑ Nigel Groom, Frankincense and Myrrh, Longman, 1981, S. 81
