Dhul-Hidscha

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Der Monat Dhul-Hidscha (arab.: ذو الحجة) ist der 12. Mondmonat im islamischen Kalender und bedeutet "Monat der Pilgerfahrt (arab.: Hadsch)", da in diesem Monat die islamische Pilgerfahrt stattfindet. Der Vormonat ist Dhul-Qada, der Folgemonat ist Muharram des nächsten Jahres. Dhul-Hidschaa gehört zu den vier Haram-Monaten und man sollte ihn wie die anderen drei Haram-Monate ehren.


Inhaltsverzeichnis

Die ersten 10 Tage von Dhul-Hidscha sind die besten Tage im Jahr

"(1) Bei der Morgendämmerung, (2) und bei zehn Nächten," [Quran, 89:1-2

Ibn Kathir, möge Allah mit ihm gnädig sein, sagte, dass damit die ersten zehn Tage von Dhul-Hidscha gemeint seien, wie es Ibn Abbas, Ibn az-Zubair, Mujahid und andere meinten.[1]

Es wird von Ibn Abbas (ALLAHs Wohlgefallen auf ihm) berichtet, dass der Prophet, ALLAHs Segen und Frieden auf ihm, sagte:

„Es gibt keine Tage, denen rechtschaffene Taten, die darin verrichtet werden, von Allah mehr geliebt werden, als an diesen Tagen, d.h. die zehn Tage (des Dhul-Hidschah)." Sie sagten: „O Gesandter Allahs, nicht einmal der Dschihad (Anstrengung) auf dem Weg Allahs?“ Er sagte: „Nicht einmal der Dschihad auf dem Weg Allahs, dem Gepriesenen und Erhabenen, außer wenn der Mann auszieht (zum Dschihad) mit sich selbst und seinem Vermögen und dann ohne etwas davon zurückkehrt.“
(Berichtet von Al-Buchari (2/457), Abu Dawud, ad-Darimi (1/357) und anderen. Der genaueste Wortlaut ist der von Abu Dawud.)

Diese und andere Texte und Berichte zeigen, dass diese zehn Tage besser als alle anderen Tage im Jahr sind, ohne Ausnahme; nicht einmal die letzten zehn Tage im Ramadan sind besser. Die letzten zehn Nächte des Ramadan sind jedoch besser als die ersten zehn Nächte des Dhu'l-Hidschah, da diese Nächte lailat-al-qadr beinhalten, die besser als tausend Monate ist. (Siehe Tafsir Ibn Kathir, 5/412.)


Der Vorzug dieser zehn Tag basiert auf folgenden Punkten[2]:

1. Allah schwört bei ihnen und das Schwören eines Eides bei etwas ist ein Hinweis auf dessen Wichtigkeit und Vorzug. Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „Bei der Morgendämmerung und den zehn Nächten“ [89:1-2]. Ibn Abbas, Ibn az-Zubair, Mujahid und andere der früheren und späteren Generationen sagten, dass sich dies auf die letzen zehn Tagen des Dhul-Hidscha bezieht. Ibn Kathir sagte: „Dies ist die korrekte Ansicht.“ (Tafsir Ibn Kathir 8/413)

2. Der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) bezeugte, dass dieses die besten Tagen von allen sind, wie bereits in den oben genannten sahih Ahadith erwähnt wurde.

3. Der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) ermutigte die Menschen, rechtschaffene Taten zu vollbringen, aufgrund des Vorzuges dieser Zeit für jeden auf der Welt und ebenfalls aufgrund des Vorzuges des Ortes, nämlich das gesegnete Haus Allahs für den Pilger (arab.: Hudschadsch).

4. Der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) befahl uns, möglichst viel Tasbih (Subhan Allah), Tahmid (Alhamdulillah) und Takbir (Allahu akbar) während dieser Zeit zu sprechen. Abdullah Ibn Umar (möge Allah mit ihm und seinem Vater zufrieden sein) berichtete, dass der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Es gibt bei Allah keine großartigeren Tage, an denen rechtschaffene Taten von Ihm mehr geliebt werden, als diese zehn Tage. Daher rezitiert während dieser Zeit viel Tahlil (La ilaha illa Allah), Takbir und Tahmid.“ (Ahmad 7/224; Ahmad Shakir bestätigte ihn als sahih.)

5. Diese zehn Tage beinhalten Yaum Arafa (den Tag von Arafa), an dem Allah Seine Religion, den Islam (die Gottergebenheit), vervollkommnet hat. Das Fasten an diesem Tag ist Buße für die Sünden von zwei Jahren.

6. Diese Tage beinhalten außerdem Yaum an-Nahar (den Tag des Opferns), den besten Tag des gesamten Jahres sowie der Hadsch, an dem gottesdienstliche Handlungen miteinander kombiniert werden wie an keinem anderen Tag.


An diesen Tagen sollten vermehrt gottesdienstlichen Handlungen verrichtet werden

Neben den freiwilligen Gebeten, die man zu jeder Zeit so oft es geht verrichten sollte, sollte man folgendes tun:


ALLAH häufiger gedenken

"(27) Und rufe die Menschen zur Hadsch auf, so werden sie zu dir zu Fuß und (als Getragene) auf jedem schlanken (Transporttier) kommen, sie werden aus jeder fernen Gegend kommen, (28) damit sie für sich Nützlichem beiwohnen und ALLAHs Namens an bestimmten Tagen gedenken für das, was ER ihnen an Versorgung von den unverständigen Weidetieren gewährte." (Quran, 22:27-28)


Von Ibn Umar wird berichtet, dass der Prophet, ALLAHs Segen und Frieden auf ihm, sagte:

„Es gibt keine großartigeren Tage, noch Tage, an denen rechtschaffene Taten, die darin verrichtet werden, von Allahu dem Erhabenen mehr geliebt werden, als diese zehn Tage (des Dhul Hijjah). So vermehrt an ihnen das Aussprechen des Tahlil (La Ilaha illal-llah/Es gibt keinen Gott außer ALLAH), des Takbir (Allahu Akbar/ALLAH ist größer) und des Tahmid (Al-Hamdulillah/Alles Lob gebührt ALLAH)
(Musnad Imam Ahmad (7/224), Tabarani in al-Mu’jam al-Kabir)


Imam al-Buchari, möge Allah mit ihm gnädig sein, sagte:

„Ibn Umar und Abu Huraira (ALLAHs Wohlgefallen mit ihnen) pflegten in den ersten zehn Tagen von Dhu al-Hidscha auf dem Marktplatz zu gehen und dort „Allahu akbar (ALLAH ist größer)“ zu sagen; die Leute sagten ihnen das nach.“ Er sagte auch: „Ibn Umar machte Takbir (das Sagen von „Allahu akbar (ALLAH ist größer)“) in seiner Kuppel in Mina, so dass die Leute in der Moschee und auf den Marktplätzen ihn hörten und ihm das nachsprachen , bis Mina aus dem Takbir erschüttert wurde. "

Ibn Umar machte Takbir bei Mina an diesen Tagen nach dem Gebet, im Bett, in seinem Zelt, auf seinem Sitzplatz, unterwegs, - an all diesen zehn Tagen. Es ist empfehlenswert, Takbir laut zu sagen, weil Umar, sein Sohn und Abu Huraira, möge Allah mit allen zufrieden sein, es so gemacht haben.


Takbir-Formel:

Es gibt verschiedene Formeln, überliefert von den Gefährten des Propheten (ALLAHs Wohlgefallen mit ihnen) und die Tabi'in (Muslime, die nicht den Propheten, ALLAHs Segen und Frieden mit ihm, getroffen haben, dafür aber seine Gefährten):

Allahu akbar, allahu akbar, allahu akbar kabiran.
Allahu akbar, allahu akbar, la ilaha illal-lah, wa allahu akbar, wa allahu akbar, wa lillahi-l-Hamd.
Allahu akbar, allahu akbar, allahu akbar, la ilaha illal-lah, wa allahu akbar, allahu akbar, wa lillahi-l-Hamd.


Eine solche in Vergessenheit geratene Sunna Handlungen wiederzubeleben bringt eine große Belohnung, so wie es in den Worten des Prophets (ALLAHs Segen und Frieden mit ihm) verdeutlicht wird:

“Wer auch immer eine meiner Sunnas wieder ins Leben ruft, nachdem diese nach meinem Tod in Vergessenheit geraten ist, wird die Belohnung eines jeden, der diese Handlung begeht, erhalten, ohne dass von ihrer Belohnung auch nur im Geringsten etwas abgezogen wird."
(Al-Tirmidhi, 7/443; dieses Hadith ist hasan (gesund) aufgrund bestätigter Berichte)


Fasten in den ersten 9 Tagen und besonders am 9. Tag von Dhul Hidscha, dem Tage von Arafat

Der Prophet (ALLAHs Segen und Frieden mit ihm) pflegte an den ersten neun Tagen zu fasten. Es wird von Hunaydah ibn Chalid berichtet, dass eine der Frauen des Propheten (Frieden und Segen auf ihnen allen) sagte:

"Der Prophet (saws) pflegte in den ersten neun Tagen des Dhul-Hidscha zu fasten, und am Tag von Aschura, und drei Tage jeden Monats; den ersten Montag des Monats und zwei Donnerstage."
(An-Nasa’i, 4/205 und Abu Dawud; von Al-Albani in Sahih Abi Dawud, 2/462 als sahih eingestuft)


Es wird von Hunaida Ibn Khaled berichtet, dass eine der Frauen des Propheten (Frieden und Segen auf ihnen allen) sagte:

"Der Prophet (ALLAHs Segen und Frieden mit ihm) pflegte in den ersten neun Tagen des Dhul-Hidschah zu fasten, und am Tag von Aschura, und drei Tage jeden Monats; den ersten Montag des Monats und zwei Donnerstage."
(al-Nasai, 4/205 und Abu Dawud; von Al-Albani in Sahih Abi Dawud, 2/462 als sahih eingestuft)


Das Fasten von 'Arafa wird bestätigt, da über den Gesandten sicher überliefert wird, dass er vom Tage 'Arafa sagte:

„Ich erwarte von Allah, dass das Fasten an diesem Tag die Sünden eines Jahres davor und eines Jahres danach abbüßt“
(Muslim)

Wer aber am Tage von ’Arafa auf der Pilgerfahrt ist, dem ist nicht zu empfehlen, den Tag zu fasten, weil der Prophet nicht fastete als er, ALLAHs Segen und Frieden mit ihm, auf dem Hügel ’Arafa stand.

Mehr dazu siehe Arafat.

Hadsch und Umrah vollziehen

Eine der größten Taten, die während dieser zehn Tage vollzogen wird, ist die, zum gereinigten Haus Allahs zu pilgern. Wem Allah hilft, die Hadsch samt ihrer Rituale in einer angebrachten Art und Weise zu vollziehen, der wird - so ALLAH will - in folgenden Worten des Propheten (ALLAHs Segen und Frieden mit ihm) eingeschlossen sein:

"Eine von Allah angenommene Hadsch bringt keine geringere Belohnung als das Paradies."


Udhhiya (Schlachtopfer) am 10. Dhul-Hidscha nach dem Festgebet

Eine der rechtschaffenen Taten, die eine Person Allah in diesen zehn Tagen näher bringt, ist, ein gutes, fettes Tier auszusuchen und es für Allah zu opfern und viel vom Fleisch an die Armen zu verteilen. Mehr dazu siehe Opferfest.

Zusammenfassung

Ereignisse im Monat Dhul-Hidscha

  • 01.-10. Dhul-Hidscha: Die ersten 10 Tage von Dhul Hidscha, das sind die wichtigsten Tage im Jahr, in denen auch ein Teil der Pilgerfahrt (arab.: Hadsch) stattfindet.
  • 08. Dhul-Hidscha: Tag des Tränkens (Tarwiya). An diesem Tag brechen die Pilger nach Mina auf um sich auf den Hadsch vorzubereiten.
  • 09. Dhul-Hidscha: Tag von Arafat. Im Jahre 10 n. H. / 6. März 632 n. Chr. wird dem Propheten während der Abschiedspilgerfahrt auf dem Hügel Arafah der Vers 5:3 aus Sura Al-Maida offenbart.
  • 10. Dhul-Hidscha 10 n. H. / 7. März 632 n. Chr.: In Mina wird dem Propheten Muhammad (ALLAH Segen und Frieden mit ihm) laut einer von zwei Überlieferungen während der Abschiedspilgerfahrt drei Monate vor seinem Tod die Sura 110 An-Nasr offenbart, welche die letzte Sura ist die als ganzes offenbart wurde.
  • 10.-13. Dhul-Hidscha: Opferfest (arab.: 'Id-ul-Adha), der 11.-13. Dhul-Hidscha heißen auf arabisch "Ayyam at-Taschriq", an diesen Tagen beenden die Pilger ihre Hadsch-Riten und übernachten in Mina.

Ibadat die man verrichten sollte

  • sich von Sünden fernhalten, besonders von den großen Sünden, den Kaba-ir
  • ALLAH viel um Vergebung bitten
  • ALLAH viel Gedenken und sich der Gnaden ALLAHs bewusst werden, ALLAH danken und lobpreisen
  • häufig freiwillig fasten (besonders am Tag von Arafat, dem 9.Dhul-Hidscha)
  • Spenden und Hilfe leisten (materieller und immaterieller Art)
  • guten Umgang mit den Menschen und gutes Benehmen im alltäglichen Leben
  • viel im Quran lesen
  • das gelernte Wissen über den Islam nach dem Vorbild des Propheten umsetzen
  • freillige Gebete, besonders das freiwillige Gebet in der Nacht, darauf achten alle Gebete mit Demut zu verrichten


Quellen

  1. *Ibn Kathir: Tafsir Ibn Kathir Volume 1 - 10 (8/413)
  2. Al-Munajjid, Shaikh Muhammad Salih: Die Vorzüge der 10 Tage des Dhu-l-Hijja. Islam-qa.com (Frage Nr. 1699), übersetzt von DieWahreReligion.de


Literatur

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